AURO – natürlich Farbe bekennen

Warum wir dieses Projekt lieben

Farben kommen zu 100% aus der Natur.
Farben sind biologisch abbaubar und können kompostiert werden.
Seit vielen Jahren Vorreiter für nachhaltig produzierte Farben.
Hat als Erster wasserbasierte Farben erfunden.

Geh einen Schritt

AURO - natürlich Farbe bekennen

Hermann und die Idee der Sanften Chemie

Das ökologische Pionierunternehmen AURO im Bereich der Naturfarben ist ein wichtiger Vorreiterder Industrie, der beweist, dass es auch ohne Petrochemie und Umweltverschmutzung geht. Verwendete Inhaltsstoffe kommen aus der Natur und gliedern sich nach Gebrauch in diese wieder ein.

Hermann war schon immer Chemie-Fan.1 Doch früh beschleicht ihn das Gefühl, dass die Naturwissenschaft nur eine Seite der Medaille präsentiert. So setzt er sich neben seinem Chemiestudium intensiv mit ökologischen Themen auseinander und hält an Volkshochschulen Vorträge zum Umweltschutz. Schließlich führt er Naturwissenschaft und Philosophie in einem gedanklichen Experiment zusammen – heraus kommt die Lösung der „Sanften Chemie“.

Das Ende der konventionellen Chemie

In seinem Buch „Plädoyer für eine Sanfte Chemie – Über den nachhaltigen Gebrauch der Stoffe“ stellt Dr. Hermann Fischer die Grundthesen seiner Theorie vor. Unter anderem geht es darum, dass die Chemie auf den Stoffbildungsprozessen der Natur aufbauen sollte. Denn alles, was die Natur hervorbringt, wird auf natürliche Art und Weise wieder abgebaut und in den Kreislauf der Stoffe zurückgeführt, ohne dabei Mensch und Umwelt zu schaden.

In der konventionellen Chemie würden Reaktionsabläufe jedoch mit hohem Energieaufwand „erzwungen“. Dies bleibe nicht ohne Wirkung auf die Stoffe. Diese fügen sich in ihrer neuen Form nicht mehr in den Kreislauf ein, wirken zerstörend auf Mensch und Umwelt und müssen oftmals als Sondermüll endgelagert werden. Hinzu kommt, dass das Erdöl als wesentlicher Ausgangsstoff der chemischen Industrie endlich ist und nicht mehr lange zur Verfügung stehen wird.

Der „sanfte Chemiker“ redet von einer Revolution, die eintreten muss; und zwar eine Revolution im Umgang mit den Stoffen, im Denken und Konsumverhalten. Dass sich selbst konventionelle Firmen Ökologie und Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben, möchte er dabei nicht als negativ bewerten. Seiner Meinung nach kann aus einer Bewegung, die anfangs nur PR ist, etwas „Echtes im Kern“ entstehen. Immerhin setzt man sich nun mit Nachhaltigkeit auseinander. Und dies zurecht, denn in einer Welt mit endlichen Ressourcen wie den fossilen Quellen und mit begrenztem Raum zur Deponierung muss man in Stoffkreisläufen denken.
 

Naturfarben ohne chemisch-synthetische Stoffe

Hermann dachte in Kreisläufen und gründete 1983 die Naturfarben-Firma AURO. Im Gegensatz zu konventionellen Farbfirmen – übrigens auch im Gegensatz zu manch anderer Naturfarben-Firma, denn der Begriff „Naturfarbe“ ist gesetzlich nicht geschützt – wird hier auf petrochemisch-synthetische Inhaltsstoffe verzichtet. Alle Stoffe, die verwendet werden, kommen aus der Natur. Farben, Lacke und Lasuren werden auf Wasserbasis produziert und enthalten weder Biozide noch Konservierungsstoffe. Die Pflanzenchemie-AG brachte nach eigener Forschung zudem völlig lösemittelfreie Farben hervor.

„Jede Pflanze ist unter biochemischem Blickwinkel eine perfekte, miniaturisierte, ökologisch bestens angepasste, hocheffiziente und abfallfrei arbeitende chemische Fabrik.“ – so wird es von AURO beschrieben. Viele Naturstoffe, die petrochemisch-synthetische Varianten überflüssig machten, seien bereits verschwunden. Hier wird deutlich, wie wichtig eine reichhaltige biologische Diversität in Zukunft sein wird, wenn die Vorräte fossiler Rohstoffe erschöpft sein werden.
 

Kompostierbare Farben

„Die ersten Produkte waren im Prinzip eine Verkochung von verschiedenen Naturölen, Leinölen und anderen Ölen und auch Wachse für die Holzbehandlungen.“ erzählt uns Edwin Hribek, der gemeinsam mit Dr. Fischer die Firma leitet. Als die ersten Produkte auf den Markt kamen, war es noch gang und gebe, Holzböden und Möbel zu lackieren. Anfangs belächelt prägte der Ökopionier aber bald schon eine ganze Geschmacksrichtung.

AURO`s Anstrichstoffe auf mineralischer Basis enthalten Kalk oder Silikat. Überwiegend werden jedoch nachwachsende Rohstoffe wie Baumharze, pflanzliche und mineralische Farbpigmente, ätherische Öle sowie Wachse verwendet – wenn möglich aus kontrolliert biologischem Anbau. Neben der natürlichen Rohstoffauswahl punktet das Unternehme in Sachen Entsorgung: Alle Produkte und Produktreste sind kompostierbar. „Das heißt also, Farbreste werden bei uns gesammelt, eingetrocknet und dann kompostiert und kommen so in den Naturkreislauf zurück.“
 

AURO – grünes Unternehmen mit bunten Farben

„Wir sind ein klar grünes Unternehmen.“ betont Edwin. Dazu gehört die Verwendung von Solarstrom ebenso wie Verträge mit Bio-Leinölbauern aus der Region und ein Beitrag zum Klimaschutz: Seit 2007 wird AURO jedes Jahr durch die Climate Neutral Group zertifiziert.

Nicht vermeidbare indirekte CO2-Emissionen, beispielsweise durch Fahrten und Vertrieb, werden durch Aufforstungsprojekte in Afrika oder Südostasien kompensiert. Alles in allem zeigt AURO, dass der lückenlose Übergang ins post-fossile Zeitalter möglich ist und große Veränderungen mit kleinen Schritten beginnen.

Thomas Sedlmeyr und Martina Liel

YouTube Link: http://www.youtube.com/watch?v=V90qCw-Xo_0

 

 

1     Quelle: Interview von Sonja Schlabach und Thomas Seilnacht mit Dr. Hermann Fischer vom 3. August 1998 auf: www.seilnacht.com

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