Ecover – Waschen mit reinem Gewissen

Warum wir dieses Projekt lieben

Vorreiter für vollständig biologisch abbaubare Wasch- und Putzmittel.
Erforscht und entwickelt Produkte aus natürlichen Rohstoffen (z.B. Biotenside aus Weizenkleie).
Verzichtet auf viele schädliche Inhaltsstoffe und ist trotzdem effizient.
Setzt sich für Gewässerschutz ein.

Geh einen Schritt

Ecover – Waschen mit reinem Gewissen

Mick über natürliche Rohstoffe in Bio-Waschmitteln

Waschmittel aus Biomasse und Spülmittel aus Abfällen der Landwirtschaft? Ecover versucht, alle Inhaltsstoffe von Wasch- und Putzmitteln auf petrochemischer Basis durch natürliche Alternativen zu ersetzen. DIe Produkte sind biologisch abbaubar und schonen unsere Gewässer.

Unsere heutige Reise führt und ins belgische Malle, nahe Antwerpen. Diese kleine Gemeinde beherbergt die erste aus nachhaltigen Rohstoffen erbaute Fabrik der Welt. Deren weithin sichtbares Gründach wurde zu einem Wahrzeichen der Firma Ecover, die seit nunmehr 30 Jahren umweltverträgliche Wasch- und Reinigungsmittel produziert.
 

Die Anfänge von Ecover: Eine ökologische Seifenblase platzt

Zu Beginn der 80er Jahre begann man erstmals, über die negativen Umweltfolgen von Phosphaten in Waschmitteln nachzudenken. Sie gelangen über das Abwasser in natürliche Gewässer und fördern dort das Algenwachstum. Diese nehmen den Bakterien den Sauerstoff, die daraufhin keine Giftstoffe mehr abbauen. Wasserorganismen und Fische gehen zugrunde. Der Seifenhändler Frans Boggerts hörte von diesem Problem und entschloss sich, phosphatfreie Wasch- und Reinigungsprodukte herzustellen. Dies war die Geburtsstunde von Ecover.

Als einer der ersten ersetzte Boggerts das Phosphat durch Zeolith: Dieses Mineral wirkt wie Phosphat wasserenthärtend, hat jedoch keinerlei Wirkung auf den Nährstoffgehalt von Gewässern. In der Folge wuchsen nicht mehr die Algen, sondern die Nachfrage nach dem neuen Waschmittel. Das Unternehmen stieß jedoch Anfang der 90er Jahre an seine Kapazitätsgrenze. Boggerts schwebte eine ökologische Fabrik vor, allerdings fehlten ihm dazu die Mittel. Er verkaufte die Firma an einen Investor.
 

Der Neustart: Die erste ökologische Fabrik

Die ökologische Fabrik wurde 1992 in Malle Realität und Mick Bremans neuer Geschäftsführer. Der Ökonom arbeitete die meiste Zeit seiner Karriere für konventionelle Betriebe, bevor er zu Ecover wechselte: „Meine Hauptmotivation war dieses Spektrum an Ideen und das ganze Konzept, eine andere Art von Unternehmen zu schaffen, das nicht nur ökonomische Werte verfolgt.“

Seitdem führt Mick die ökologische Linie des Gründungsvaters konsequent fort – denn auch wenn die meisten Wasch- und Reinigungsprodukte in europäischen Ländern heute keine Phosphate mehr enthalten, gibt es noch viel zu tun. „Natürlich hat sich unser Modell über die Jahre weiterentwickelt. Es betrifft nun nicht mehr nur Phosphate, sondern den gesamten Bereich der Tenside und Zusätze sowie die ganze Herstellung des Produkts, die ökologischer werden sollen.“
 

Natürliche Tenside aus nachhaltigen Rohstoffen

Hauptbestandteil in jedem Waschmittel sind Tenside, welche die Oberflächenspannung des Wassers reduzieren. Dadurch gelangen die Reinigungsstoffe leichter zu den Flecken, und Verschmutzungen lösen sich besser. Mick erklärt es uns mit einfachen Worten: „Waschen und Reinigen ist eigentlich nichts anderes als Dreck von einem Ort zum anderen zu bewegen. Du willst den Fleck auf deinem Stoff entfernen und in Wasser auflösen.“ Tenside machen also Fett- und Schmutzpartikel löslicher – selbst sind sie allerdings keine optimale Lösung.

Wie ziemlich alle Inhaltsstoffe in einem herkömmlichen Wasch- oder Reinigungsmittel basieren Tenside in der Regel auf petrochemischen Stoffen. Der erste Schritt bei Ecover war deshalb, diese durch erneuerbare, pflanzliche Stoffe zu ersetzen – beispielsweise Kokosnuss-, Palm- oder Rapsöl. Dies war ein großer Erfolg, allerdings ging man noch weiter. Denn: „Ein natürliches Tensid wächst nicht auf Bäumen – du musst es herstellen.“ Und bei dieser Umwandlung vom Öl zum Tensid war immer noch ein petrochemisches Verfahren beteiligt. Ecover ersetzte es durch einen Fermentationsprozess. Eine geniale Innovation. Doch Bremans hat schon das nächste Ziel vor Augen: In nicht allzu ferner Zukunft sollen die natürlichen Öle von Biomasse, vor allem Abfälle aus der Landwirtschaft, abgelöst werden.
 

Biologisch abbaubare Spülmittel ohne Petrochemie

Bei Spülmaschinen-Tabs funktioniert das bereits: Seit Juni 2010 produziert das Unternehmen neuartige Spülmittel mit Tensiden auf der Basis von Stroh und Weizenkleie – schnell und völlig biologisch abbaubar sowie gänzlich ohne die in diesem Bereich noch üblichen Phosphate und Phosphonate. Die Wahl natürlicher Rohstoffe beschränkt sich jedoch keineswegs auf die Tenside. „Das größte Unterscheidungskriterium zwischen einem ökologischen Produkt wie unserem und einem herkömmlichem Produkt ist, dass wir versuchen, alle petrochemischen Inhaltsstoffe durch natürliche Alternativen zu ersetzen.“ erklärt Mick.

Diese natürlichen Alternativen haben einen entscheidenden Vorteil: Alle Bestandteile von Ecover-Produkten sind sowohl unter sauerstoffreichen als auch unter sauerstoffarmen Bedingungen vollständig abbaubar. Für Mick ein wichtiger Punkt, schließlich gibt es „keine Magie, die Verschmutzung einfach verschwinden lässt.“ Selbst bei modernsten Kläranlagen verbleiben immer Rückstände im Klärschlamm oder Abwasser. Diese reichern sich in Gewässern an und können fatale Auswirkungen auf die Wasserwelt haben. Und der chemisch verschmutzte Klärschlamm? Der verschwindet ebenfalls nicht durch Magie, sondern wird gelagert, versenkt oder verbrannt. Ein Ecover-Waschmittel hinterlässt dagegen nur Wasser, Kohlendioxid und Minerale. Die Belastung für die Wasserwelt wird so minimiert.
 

Nachhaltige Produktion von Waschmitteln

Ecover setzt allerdings nicht nur auf nachhaltige Produkte, sondern auch auf eine nachhaltige Produktion. So entstand 2007 eine zweite Öko-Fabrik in Frankreich, bei der man wie in Malle fast ausschließlich erneuerbare oder recycelte Baustoffe verwendete: Die Trägerkonstruktion ist aus Holz, die Ziegel sind aus Recyclingmaterial und ein isolierendes Grasdach ersetzt Zentralheizung wie Klimaanlage. Lediglich im Winter werden einzelne Bereiche geheizt – natürlich mit Naturgas. Hinzu kommen Energiesparmaßnahmen, die Verwendung von Ökostrom, Vergünstigungen für Angestellte, die in die Arbeit radeln oder Fahrgemeinschaften nutzen, eine große Anzahl Hybridautos unter den Dienstwagen, ein ausgeklügeltes System der Müllvermeidung und vieles mehr.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind somit die zentralen Leitsätze des Unternehmens. „Alles was wir tun, jede Entscheidung, die wir treffen, wie wir herstellen, was wir benutzen, haben wir nach ökologischen Kriterien überdacht.“ Für den Geschäftsführer eine Selbstverständlichkeit: „Wir wollen, dass der Konsument sich für ein ökologisches, umweltfreundliches Produkt entscheidet. Also kann der Konsument von uns als Hersteller und Unternehmen auch erwarten, dass wir ähnliche Entscheidungen treffen in der Art, wie wir unsererseits konsumieren.“


Thomas Sedlmeyr

YouTube Link: http://www.youtube.com/watch?v=Jzz5ZkzAE-U

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