Öko-Mode von Lana – anziehende Natur

Warum wir dieses Projekt lieben

Hat Naturtextilien in Deutschland mit entwickelt.
Super Design, schöne Produkte zum Wohlfühlen.
Bringt das internationale Ökotextilsiegel GOTS in Deutschland voran und setzt somit klare Standards.
Vertrauenswürdiger, sympathischer Familienbetrieb.

Geh einen Schritt

Öko-Mode von Lana – anziehende Natur

Hermann über ökologische Textilproduktion

Hermann und Anne Kohnen waren auf der Suche nach schadstofffreier Kleidung. Als sie keine fanden, stellten sie kurzerhand selber welche her. Aus der Heimwerkstatt entwickelte sich das Unternehmen Lana, ein Vorreiter der Naturtextilbranche. Das internationale Öko-Siegel GOTS bescheinigt heute die ökologisch- und sozialverträgliche Produktion

Was tun, wenn man verzweifelt nach schicken Naturtextilien sucht, der Markt solche aber kaum anbietet? Man stellt sie selbst her. Das Ehepaar Kohnen ging noch einen Schritt weiter und gründete ein eigenes Unternehmen. Wir besuchen den Firmensitz von Lana in Aachen. Bei einer Tasse Kaffe plaudert Hermann Kohnen aus dem Nähkästchen und führt uns ein in die Welt der Textilien.
 

Lana – von der Heimstrickmaschine zum Modelabel

Die Idee zur Gründung der Firma geht zurück auf das Jahr 1987: Hermann und Anne Kohnen sind stolze Eltern von drei kleinen Kindern und ständig auf der Suche nach modischer Bekleidung aus Naturfasern. Allerdings ist solche zu dieser Zeit nicht leicht zu finden: „Und weil das so schwierig war, haben wir gedacht, Menschenskinder, das wäre doch was, wenn man das selbst produzieren würde und auch anderen Eltern etwas Natürliches bieten kann.“ Gesagt, getan – das Ehepaar macht aus der Not eine Tugend und beginnt mit der Heimproduktion möglichst nachhaltiger Naturtextilien.

KbA (kontrolliert biologischer Anbau) Baumwolle gibt es zu dieser Zeit noch nicht. Hermann sucht nach schwermetallfrei gefärbter Baumwolle, die handgepflückt ist. Auf ihrer Heimstrickmaschine fertigt seine Frau Anne daraus die ersten Pullover. Diese werden zunächst im Bekannten- und Freundeskreis verkauft – und finden begeisterte Abnehmer. Bald hagelt es Anfragen nach Unterwäsche und Socken und die Kohnens fangen an, entsprechende Ware von Firmen zu beziehen. „Da hatten wir also im eigenen Haus eine kleine Verkaufsstelle mit eigenen und zugekauften Sachen.“

Das Unternehmen wuchs, und irgendwann trennte sich das Ehepaar von Laden und Heimwerkstatt. Den Schwerpunkt legen sie seitdem ganz auf die Entwicklung eigener Kollektionen und eine ökologische Produktion. Während Frau Anne an neuen Designs arbeitet, koordiniert Hermann die Umsetzung bei den Herstellerbetrieben und den Vertrieb.
 

Bio-Baumwolle – die bessere Wahl

Ein Punkt, der den Kohnens von Anfang an am Herzen lag und auf ihrem Weg bestärkte, sind die Umweltschäden durch Baumwollanbau. Hermann schüttelt den Kopf: „Konventionelle Baumwolle wird in der Regel in Monokulturen angebaut. Das sind riesige maschinell bearbeitete Anbaugebiete, auf denen chemische Pflanzenschutzmittel en masse ausgebracht werden.“

Diese Monokulturen verschlingen zudem Unmengen an Düngemitteln und Wasser. Das klassische Beispiel für den gewaltigen Wasserbedarf ist der Aralsee, der mittlerweile nahezu tot ist und nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Fläche hat, weil den Zuflüssen das Wasser für den Baumwollanbau entnommen wurde. Opfer sind vor allem die Menschen vor Ort. „Sind die Böden ausgelaugt und kaum noch Erträge möglich, dann zieht die Karawane des Welthandels weiter und kümmert sich nicht darum, was mit den Leuten passiert, die dort leben.“ erzählt Hermann. „Die Menschen haben kein reines Trinkwasser mehr und sind gesundheitlich beeinträchtigt.“

Verseuchte Böden, Krankheiten und fehlende Perspektiven – für die Menschen in den Erzeugerländern ist der Baumwollanbau oft mehr Fluch als Segen. Die Alternative liegt im ökologischen Anbau: Dieser verzichtet auf Pestizide und chemische Dünger, erhält die Bodenqualität und reduziert dadurch den Wasserverbrauch. Deshalb stammt bei Lana sämtliche Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Auch die Schafswolle ist überwiegend aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT).
 

Sicher sein mit dem GOTS-Standard

Dass die Stoffe auch wirklich Bio sind, wird durch ein unabhängiges Label überwacht: Die GOTS- (global organic textile standard) Zertifizierung garantiert ökologische Standards von der Baumwollernte bis zum fertigen Produkt. Das globale Öko-Siegel für Textilien wurde 2006 eingeführt und schuf erstmals einheitliche Richtlinien, die weltweit gültig sind. Für Anbieter wie Hermann eine große Erleichterung – Vorher musste er jeden Anbieter von Stoffen, Garnen und Farben persönlich besuchen und befragen, um sich zu vergewissern, dass konsequent ökologisch produziert wurde. „Wir haben Baumwolle eingekauft, haben sie verspinnen, färben, stricken, ausrüsten und konfektionieren lassen. Alles in eigener Regie“ Heute kann sich Hermann nicht nur Garne und Stoffe, sondern auch fertige Bekleidungsartikel GOTS-zertifiziert liefern lassen.

Für den Kunden schafft der GOTS-Standard ebenfalls Sicherheit – er kann darauf vertrauen, dass entsprechend gekennzeichnete Kleidung aus kontrolliert biologischer Baumwolle und mit umweltschonenden Verfahren gefertigt wurde. Und nicht nur das – Das Label setzt auch in sozialer Hinsicht Maßstäbe.
 

Soziale Standards von der Wolle bis zum Hemd

Kleider machen Leute, wie man so schön sagt. Leute machen aber auch Kleider – und das oft unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Das ökologische Arbeiten von Bauern und Verarbeitungsbetrieben ist deshalb nur eine Seite des GOTS-Zertifikats: Bei jeder Untersuchung werden auch die sozialen Bedingungen unter die Lupe genommen. „Bekommen die Leute ausreichend Lohn entsprechend den Begebenheiten des jeweiligen Landes, haben sie die Möglichkeit sich zu organisieren, sind die Arbeitsbedingungen in Ordnung, werden die Arbeitszeiten eingehalten?“ Alle diese Faktoren werden auf jeder Stufe überprüft und sind Voraussetzung für die Zertifizierung.

Für Hermann ist wichtig, dass die Kollektionen den Kunden gefallen: Mode muss begeistern. Dass man mit dem Kauf gleichzeitig Ressourcen schont und soziale Gerechtigkeit fördert, ist für ihn ein Zusatznutzen. Allerdings ein Nutzen mit Tragweite: „Wenn ich als Verbraucher Naturmode kaufe, ist das ein ganz kleiner Baustein dafür, dass Menschen, die nach diesen Prinzipien arbeiten, ein Stück ihrer Existenz gesichert bekommen und damit auch zur nachhaltigen Bewirtschaftung unseres Planeten beitragen.“ Ein weiterer kleiner Schritt für diese Welt.


Thomas Sedlmeyr

YouTube Link: http://www.youtube.com/watch?v=7PON3cIMj6Q

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