Charmy – Naturschwämme mit nachhaltigem Charme

Warum wir dieses Projekt lieben

Ein kleines Unternehmen macht den großen was vor.
Elsbeth Sarkowski macht bei Nachhaltigkeit keine Kompromisse.
Die Firma pflegt Beziehungen zu griechischen Schwammtauchern seit über 100 Jahren.
Verkauft ausschließlich Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen.

Geh einen Schritt

Charmy - Naturschwämme mit nachhaltigem Charme

Elsbeth über nachhaltige Schwämme und Bürsten

Seit Spongebob ist der Naturschwamm auch jüngeren Generationen wieder ein Begriff – Geschäftsführerin Elsbeth Sadowski erzählt nicht nur, wie man Naturschwämme nachhaltig gewinnen und verarbeiten kann – auch hinsichtlich ihrer anderen Produkte und des Umgangs mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern geht die junge Frau ihren eigenen Weg.

Die Charmy-Brandmeyer GmbH ist nicht leicht zu finden: Wir irren etwas durch Bremen, bevor wir in einer Garageneinfahrt fündig werden. Hinter Lagerbeständen verbirgt sich ein kleines Büro. Dort werden wir freundlich empfangen – und hören bald gebannt zu, was die sympathische Elsbeth Sadowski zu erzählen hat.

Seit fünf Jahren leitet sie nun die Geschäfte von Charmy – und kann dabei auf eine lange Tradition zurückblicken: Vor über hundert Jahren stieg ihr Ururgroßvater in den Handel mit Naturschwämmen ein. Seitdem hat sich einiges verändert.

Elsbeth und ihr Weg bei Charmy


Elsbeth ist mit Naturschwämmen groß geworden. Bereits als Kind spielte sie mit den skurrilen Gebilden aus dem Meer. Später arbeitete sie einige Jahre im väterlichen Betrieb. Ob sie in die Fußstapfen ihres Vaters treten sollte – da war sie sich dennoch unsicher.

„Ich übernehme die Firma nicht nur, weil es Familientradition ist, sondern auch, wenn ich etwas ändern kann, womit ich mich dann noch mehr identifiziere, dass ich einfach weiß, da stehe ich wirklich mit Herz und Seele dahinter.“ sagte die junge Unternehmerin vor der Entscheidung. In der Folgezeit stellte Elsbeth den Betrieb konsequent um – auf Anthroposophie und Nachhaltigkeit.

Charmy – Naturschwämme aus Griechenland

Die Charmy-Schwämme werden in Griechenland geerntet „und über die 100 Jahre der Firmengeschichte haben wir auch regen Kontakt zu den Schwammtauchern.“ berichtet Elsbeth. Die persönliche Bindung sorgt für Vertrauen und Sicherheit bei den Lieferanten. Charmy stellt jedoch auch sicher, dass die Naturschwammgebiete nachhaltig betaucht werden: „Wir besuchen die Region regelmäßig, und schauen, dass ein Gebiet, in den geerntet wurde, in Ruhe gelassen wird und sich regenerieren kann.“

Damit sich der Bestand erholen kann, bedarf es zusätzlich einer ökologisch verträglichen Ernte: „Unsere Schwämme werden so geerntet, dass sie einmal vom Boden abgeschnitten werden, und  erst, wenn sie eine besondere Größe haben, wringt der Taucher den Schwamm aus.“ Auf diese Weise kann der Schwamm nachwachsen und sich vermehren. Kontrollierte Bestände und die richtigen Erntemethoden sorgen allerdings nicht nur für den Erhalt des Naturschwamms, sie sichern auch die Arbeitsplätze der Taucher vor Ort, die sich so ihre eigenen Erntegebiete erhalten.

Nachhaltigkeit und soziales Engagement – bei Charmy nichts Schwammiges


Bei der Verarbeitung wird ebenfalls auf Nachhalitgkeit geachtet: Die Schwämme werden nicht auf konventionelle Art mit Chlorbleiche aufgehellt, sondern mit Soda. Die herausragenden Eigenschaften bleiben im Endprodukt erhalten: Naturschwämme nehmen mehr Flüssigkeit auf als Kunstschwämme. Sie lösen keine Allergien aus, sind antibakteriell, jahrelang benutzbar und am Ende vollständig biologisch abbaubar.

Hauptlieferant ist nach wie vor die griechische Insel Kalymnos; inzwischen stammt ein Teil der Naturschwämme aber auch aus Tunesien und von den Bahamas. In diesem Inselstaat hat Charmy ein ehrgeiziges Projekt in Sachen soziale Nachhaltigkeit gestartet: Arbeitslose Küstenbewohner werden im ökologischen Schwammtauchen unterwiesen und erhalten faire Löhne. Darüber hinaus fließt ein Teil der Erlöse in den Bau einer Schule.

Nachhaltigkeit – vom Naturschwamm bis zum Holzkamm

Neben Schwämmen machen heute einen großen Anteil des Sortiments Kämme und Bürsten mit Naturborsten aus: Die Griffe sind aus natürlich gewachstem Holz, die Borsten aus Wildschweinborsten oder Holzstäben, das Bürstenkissen besteht aus Kautschuk. Neben der Nachhaltigkeit hat dies einen positiven Aspekt für den Verbraucher – „die Haare laden sich halt in keinster Weise statisch auf.“

Entscheidend bei den Holzprodukten ist jedoch die Verwendung von heimischem und FSC-zertifiziertem Buchenholz.  Bei den Kämmen arbeitet Charmy so mit kleinen deutschen Manufakturen zusammen und trägt somit zu deren Erhaltung bei.

Anthroposophie statt Hierarchie

Dass es der Unternehmerin ernst ist mit ihren Überzeugungen, wird spätestens am eigenen Betrieb erkennbar: Von klein auf habe sie sich mit Hierarchien auseinandergesetzt und damit, was es bedeutet, einen Betrieb zu führen. Hinzu kamen ihre positiven Erfahrungen auf der Waldorfschule: „Da habe ich Hierarchien im Enddefekt auch so ein bisschen aufgebrochen und dann gesagt, ich möchte ein anthroposophisch geführtes Unternehmen führen; Das heißt die Mitarbeiter sind alle gleichberechtigt, werden alle gleich behandelt; Wir haben im Enddefekt alle dasselbe Gehalt.“

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit oder das Prinzip der Kette

Die Ganzheitlichkeit aus ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit sieht Elsbeth als eine Kette: Diese zieht sich von den Lieferanten über Charmy selbst bis hin zu den Abnehmern. Zu denen gehören kleine Reformhäuser, aber auch der große Bio-Anbieter Alnatura, der sich neben den Produkten auch für die Firmenphilosophie interessiert. „Win-win“ anstatt gnadenlose Rabattkämpfe mit großen Kaufhausketten – dieses Zusammenspiel bedeutet für Elsbeth Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen Bereich.

Elsbeth hat ihren Weg gefunden, in der Wirtschaft tätig zu sein, ohne ihre Überzeugungen auf der Strecke zu lassen – und aus dem Einklang von Philosophie und Unternehmergeist einen vorbildlichen Betrieb geschaffen. Beeindruckt lassen wir ein letztes Mal unseren Blick über die Naturschwämme, Bürsten und Handschuhe schweifen. Der Abschied ist herzlich. Dann steigt Elsbeth Sadowski auf ihr Fahrrad, um die Sprösslinge vom Kindergarten abzuholen.

Thomas Sedlmeyer

YouTube Link: http://www.youtube.com/watch?v=bO-pxWEud08



 
 
 
 
 

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