Schutz vor EHEC
24.05.2011 - Der gefährliche Darmkeim EHEC breitet sich rasant aus. Bisher waren antibiotikaresistente Stämme dieser Art unbekannt. Ebenso unbekannt ist bislang noch die Infektionsquelle. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat einen Verbrauchertipp zum Schutz vor EHEC veröffentlicht. Auch das Robert Koch-Institut gibt Informationen und Empfehlungen zum Ausbruchgeschehen.
In welchen Lebensmitteln kann EHEC vorkommen?
Das Bakterium kommt im Darm von Wiederkäuern vor und wird über den Kot ausgeschieden. Beim Schlachten oder Melken von Nutzvieh kann es zu Verunreinigungen in Fleisch und Milch kommen. Durch die Bewässerung mit kontaminierten Wasser oder das Ausbringen des Kots als Dünger kann der Erreger auch in pflanzlichen Produkten wie Obst und Gemüse vorkommen.
EHEC werden in rohen oder nicht ausreichend erhitzten Lebensmittel nachgewiesen. Besonders aufpassen sollte man bei tierischen Produkten wie Rohmilch, Rohmilchkäse oder andere aus Rohmilch hergestellten Milchprodukten (nach gesetzlicher Vorschrift gekennzeichnet mit „enthält Rohmilch“), Fleisch von Wiederkäuern (Bsp. Rindfleisch oder Wildfleisch), Rohwürste zum Streichen (Bsp. Mettwurst oder Teewurst). In anderen Ländern sind EHEC-Ausbrüche auch durch pflanzliche Produkte wie pasteurisiertem Apfelsaft, rohes Blattgemüse (Bsp. Spinat) und Sprossen (Bsp. Soja) ausgelöst worden.
Wie kann man sich vor EHEC schützen?
Da man die Quelle der Infektion noch nicht kennt, ist bei allen potentiellen Keimträgern Vorsicht geboten. Bei der Speisezubereitung sollte man auf besondere Hygiene achten, damit es nicht zur Übertragung der Keime von einem Produkt auf das andere kommen kann. Beispielsweise sollte man ein Messer, mit dem man rohes Fleisch geschnitten hat, nicht ungewaschen für das Schneiden des Salats verwenden. Auch Schneidebretter sollte man nach dem Zubereiten eines Lebensmittels reinigen und nach Fleisch und pflanzlichen Produkten trennen. Durch Erhitzen wird das Bakterium abgetötet. Wichtig ist dabei, dass im Kern des Lebensmittel für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von mindestens 70 Grad erreicht wird. Andere Einflüsse wie Kälte beim Einfrieren, eine hohe Salzkonzentration oder saures Milieu durch Essig zerstören den Keim allerdings nicht.
Rohmilch sollte man vor dem Verzehr abkochen. Vor und zwischen der Zubereitung von Speisen sollte man sich gründlich die Hände waschen. Rohes Fleisch sollte man getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren. Arbeitsflächen nach Kontakt mit Fleisch gründlich reinigen und Handtücher und Lappen, die mit rohem Fleisch in Kontakt kamen nicht weiter verwenden und möglichst bei 60 Grad waschen. Weiterhin empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, rohes Gemüse und Obst vor dem Verzehr zu schälen oder zumindest gründlich zu waschen. Doch da der Erreger auch im Gemüse sein kann, sollte man zur Zeit eventuelle nur gekochte Produkte bevorzugen.
Vorsichtsmaßnahmen bei Infektion mit EHEC
Eine Ansteckungsgefahr besteht auch von Mensch zu Mensch. Regelmäßiges Händewaschen eventuell sogar die Desinfektion der Hände nach Kontakt mit einem Infizierten werden angeraten. Auch die Verwendung von Desinfektionsmitteln zur Reinigung im Haushalt sind in dem Fall einer Infektion ausnahmsweise sinnvoll. Menschen mit Durchfallsymptomatik sollten keine Speisen zubereiten oder servieren. Weitere Informationen zum Verhalten bei Infektion geben die örtlichen Gesundheitsämter.
Ist Bio Schuld an EHEC?
Anklagende Stimmen gegen den ökologischen Landbau werden in diesem Zusammenhang laut. Jedoch ist anzumerken, dass laut Angaben des Bundesinstitutes EHEC-Ausbrüche in Deutschland durch pflanzliche Lebensmittel bisher nicht bekannt sind. Wäre der Bio-Anbau für eine Kontamination besonders prädestiniert, hätten in den vergangenen Jahren Erkrankungen durch pflanzliche Produkte auftreten müssen. So ist der ökologische Landbau einer von vielen möglichen Infektionsquellen.
Weitere Informationen zu EHEC beim Robert Koch-Institut.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (Hg.): Verbrauchertipps: Schutz vor Infektionen mit entero- hämorrhagischen E. coli (EHEC), Berlin 2011.
Bildnachweis "Handwaschen": Fotograf: RediSu; Some rights reserved; Quelle: www.piqs.de
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