Wie viel Lohn erhält ein indischer Sweatshop-Arbeiter für ein Paar Turnschuhe?
31.03.11 - Im September 2000 verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs von 189 Ländern acht Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die sogenannten "Millenium Goals“. Bis zum Jahr 2015 ist angestrebt,
den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, zu halbieren,
allen Kindern eine Grundschulausbildung zu ermöglichen,
die politische, wirtschaftliche und soziale Gleichstellung von Frauen zu fördern,
die Kindersterblichkeit zu verringern,
die Gesundheit der Mütter zu verbessern,
AIDS, Malaria und andere Infektionskrankheiten zu bekämpfen und
den Schutz der Umwelt zu verbessern.
Warum diese Milleniums Ziele?
Der weltweite Reichtum ist zwar gewachsen, doch ist er immer ungleichmäßiger verteilt. Ein Sechstel der Menschheit lebt von weniger als einem Dollar am Tag. Jährlich kommen über drei Millionen Babys tot zur Welt, über 6 Millionen Kinder sterben vor dem sechsten Lebensjahr. Alle 30 Sekunden stirbt in Afrika ein Kind an Malaria. In manchen Ländern beendet jedes dritte Kind die Grundschule nicht. Das ist die derzeitige Situation.
Die Milleniums Ziele können nur verwirklicht werden, wenn die Zivilgesellschaft an deren Entwicklung teilnimmt. Über Teilnahme- und Aktionsmmöglichkeiten informiert die Seite der deutschen Milleniumkapagne "No Excuse – 2015“.
Die Initiative Sukuma arts e.V. schafft Bewusstsein für die Entwicklungsziele
Seit 2007 erfahren die globalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen Unterstützung durch die Sukuma arts e.V. "Sukuma“ ist dabei das Swahili Wort für "aufstehen“. Die Initiative möchte informieren und zeigen, was jeder Einzelne für die Millenium Ziele tun kann. Unter anderen wird dabei der „Sukuma Millenium Award“ ausgeschrieben, bei dem jeder eine Idee für einen Werbespot mit Bezug zu den globalen Entwicklungszielen einreichen kann. Daneben entwickelt das Projekt innovative Lösungen für die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und arbeitet an einer Online-Lernplattform für Schulen.
Der diesjährige Siegerbeitrag des Sukuma Millenium Awards wurde von dem 29-jährigen Michal Wilczek eingereicht. Er wurde unter anderem im größten Slum Asiens im indischen Dharavi gedreht und macht auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam. So erhält ein indischer Sweatshop-Arbeiter gerade mal 0,4 Prozent des Gewinns an einem Paar Turnschuhe, das er hergestellt hat. Das Projekt wurde durch den amerikanischen Künstler MOBY unterstützt, der mit einem Musikstück zum Film beitrug.
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