Wasser sparen könnt Ihr Euch sparen

Global gesehen ist Trinkwasser ein knappes Gut. In immer mehr Ländern der Erde kommt es sogar zu Unruhen im Streit ums kühle Nass. In den Mittelmeerländern sinkt der Grundwasserspiegel im Sommer so weit ab, dass schon Salzwasser eindringt. Mediterranes Gemüse gedeiht nur noch durch teure Bewässerungsmaßnahmen. Wer hätte da gedacht, dass die Deutschen zu wenig Wasser verbrauchen?

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser ist in Deutschland seit 1990 von 147 auf 122 Liter zurück gegangen und somit in Europa mit der niedrigste. Immer mehr Haushalte sind mit Sparwasserhähnen ausgerüstet; Es gibt die Spartaste fürs stille Örtchen so wie die Regentonne fürs Gärtchen. Die Industrie setzt auf Wasseraufbereitung, in den Städten gibt es immer weniger Einwohner und somit weniger Menschen, die städtische Wasserleitungen auslasten und die Landwirtschaft kommt mit Deutschlands üppigen Regenfällen aus. Wem hilft da das Wassersparen?

Den Spaniern und Portugiesen jedenfalls nicht, denn eingespartes Wasser kann von Deutschland aus nicht bis in die südlichen Länder gepumpt werden, ohne dass es auf dem Weg mit Schadstoffen und Keimen verseucht würde. Der Umwelt hilft es nicht, da ihr in Deutschland genügend Wasser zur Verfügung steht: Die fünffache Menge des verbrauchten Leitungswassers regnet hierzulande wieder herab. 2009 wurden gerade mal 2,7 Prozent der sich erneuernden Wasservorkommen genutzt. Der Umwelt würde eher ein geringerer Schadstoffeintrag in Gewässer helfen, sprich ein sparsamerer Verbrauch mit Wasch- und Putzmitteln und ein bewussterer Verbrauch industriell gefertigter Güter überhaupt.

Wasser sparen ist teuer

Das Wasser sparen könnte bald teuer werden. In den Kanälen hängen Fett, Essensreste und sonstige Dinge, die man gern wegspülen würde. In den Rohren verkeimt das Wasser, wenn nicht genügend hindurchläuft. Außerdem reichern sich Kupfer, Nickel und Blei an. Um die Wassernetze ausreichend durchzuspülen, müssen also andere Maßnahmen ergriffen werden, wenn die Verbraucher nicht für einen ausreichenden Durchfluss sorgen. Diese Maßnahmen schlagen sich am Ende auf dessen Geldbeutel nieder, eventuell mit einem Preisaufschlag von 25 Prozent.

Kaltes Leitungswasser trinken, warmes Leitungswasser sparen

Beim Thema Wasser ist es ökologisch sinnvoll, wie schon erwähnt, den Schadstoffeintrag durch die Abflussrohre zu reduzieren und, im Gegensatz zum Wassersparen durch die Leitungen, mehr Leitungswasser zu trinken und stattdessen auf weit hergereistes Wasser in Flaschen und besonders auf PET-Flaschen zu verzichten. Meist hat das Leitungswasser sogar eine höhere Qualität und wir halten dabei noch unser Wassernetz sauber.

Energiesparen statt Wassersparen

Für die Umwelt kommt es beim Wasser weniger auf die Menge als auf die Temperatur an. Anstatt „Wassersparen“ müsste die Devise eher „Warmwassersparen“ heißen. Denn für das Aufheizen wird Energie verbraucht und CO2 freigesetzt. Das Wasser kann man beim Zähneputzen also ruhig laufen lassen, solange es sich um kaltes Wasser handelt. Auf stundenlanges Duschen und tägliche Vollbäder sollte man nicht wegen der Wassermenge verzichten, sondern weil große Mengen an Wasser dafür energieintensiv aufgeheizt werden müssen.

Das Nudelwasser kann, bevor es im Topf landet, mit dem Wasserkocher vorgekocht werden. Das spart Energie. Die Heizungsanlage sollte regelmäßig gewartet werden, damit ihr Wasser nicht unnötig zu hoch aufgeheizt wird. Eine gute Wärmedämmung bedeutet weniger Energie, um heißes Wasser in die Heizkörper zu schicken. Fazit: Energiesparen statt Wassersparen, ansonsten: Wasser marsch!

Siehe auch: Guido Kleinhubbert: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719873-2,00.html">Schwacher Strahl, http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719873-2,00.html, 27.09.10

Bild © S.Hainz/Pixelio

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